Energieeffizient bauen

Mit Weitblick der Sonne entgegen Mit Weitblick der Sonne entgegen

 

Photovoltaik-Paneele zur Stromerzeugung an einem Verwaltungsgebäude Photovoltaik-Paneele zur Stromerzeugung an einem Verwaltungsgebäude

 

Der zulässige Energiebedarf für Neubauten ist schrittweise geringer geworden. Der zulässige Energiebedarf für Neubauten ist schrittweise geringer geworden

 

Passivhaus: Mehrkosten finanzieren sich durch Energieeinsparung Die Mehrkosten für ein Passivhaus (grün) machen sich durch sehr niedrige Heizkosten (rot) bezahlt.

 

Maßnahmenkatalog mit Wirtschaftlichkeitsvergleichen

 

 
 
 
 

Zentrale Begriffe zum Thema Energieeffizienz

Um eine Energieberatung richtig zu verstehen ist es hilfreich, die Bedeutung einiger Fachbegriffe zu kennen.

Effizienz-Skala aus dem EnergieausweisEnergieausweis: Ist erforderlich bei Neubau, Verkauf, Vermietung, Verpachtung einer Immobilie. Der Energieausweis dokumentiert den Heizenergieverbrauch oder -bedarf eines Gebäudes für Raumheizung und Warmwasser. Er dient als Entscheidungshilfe bei Kauf oder Mietung einer Immobilie. Einzelheiten regelt die Energieeinsparverordnung (EnEV) in den §§ 16 bis 21.

Energieverbrauch: Gemessener jährlicher Energieverbrauch für Heizung und Warmwasser, klimabereinigter Durchnittswert der letzten drei Jahre, z.B. Liter Heizöl, kWh Erdgas, kWh elektrischer Strom. Da der Verbrauch vom Nutzerverhalten beeinflusst wird, gibt der Wert nur eingeschränkt Auskunft über die energetische Qualität eines Gebäudes.

Energiebedarf: Berechneter jährlicher Energiebedarf für Heizung und Warmwasser aufgrund der Gebäudeeigenschaften (Gebäudeabmessungen, Dämmqualitäten, Heizanlage, Besonnung). Der Wert beschreibt die energetische Qualität des Gebäudes bei einem Standard-Nutzerverhalten. Bei Altbauten ist der berechnete Bedarf oft deutlich höher als der gemessene Verbrauch.

Endenergiebedarf: Der Begriff dient der Abgrenzung zum Wärmebedarf (Nutzenergie) und dem Primärenergiebedarf. Er ist die Grundlage zur Berechnung des Primärenergiebedarfs. Er ist identisch mit dem zuvor beschriebenen Energiebedarf, also der berechneten Energiemenge, die dem Gebäude zugeführt wird.

Primärenergiebedarf: Ist die Summe aus dem Endenergiebedarf und dem Energieaufwand für Energieerzeugung und Transport von nicht erneuerbaren Energieträgern. Zur Berechnung dient der Primärenergiefaktor. Er ist für Holz 0,2; für Erdgas und Erdöl 1,2; für elektrischen Strom 2,6. Der Wert ist eine Kenngröße für den Klimaschutz und den Schutz nicht erneuerbarer Energiequellen. Für Neubauten und KfW-Effizienzhäuser ist ein maximal zulässiger Primärenergiebedarf festgelegt.

Effizienzhaus: Die Höhe der Förderung durch die KfW-Programme „Energieeffizient Bauen“ und „Energieeffizient Sanieren“ richtet sich danach, wie weit die Anforderung für einen Neubau gemäß Energieeinsparverordnung unterschritten wird. Ein „Effizienzhaus 70“ hat 70% des Primärenergiebedarfs eines Neubaus nach Vorschrift. Die höchste Klasse ist derzeit das „Effizienzhaus 40“.

Passivhaus: Ein vom Passivhaus-Institut Darmstadt zertifiziertes Passivhaus hat einen Heizwärmebedarf von maximal 15 kWh/(m²·a) Das Gebäude benötigt keine herkömmliche (aktive) Heizanlage. Die Energieverluste werden durch die Bauweise so stark vermindert, dass das Haus bis auf wenige Ausnahmetage durch Sonnenlicht und innere Wärmequellen beheizt wird. Es ist förderfähig als Effizienzhaus 40 oder 55.

Plusenergiehaus: Ein solche Haus erzeugt mehr Energie als es verbraucht, bezogen auf die Jahresbilanz. Die Bauweise ermöglicht äußerst geringe Energieverluste. Die benötigte Energie für Haushaltstrom, Heizen, Lüften und Warmwasser wird vollständig solar gewonnen, also mit Sonnenkollektoren und Solarzellen. Das ist keine wirklichkeitsferne Zukunftsvision, sondern schon heute technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll. Dieses Konzept hat Aussicht, zum allgemein gültigen Neubaustandard zu werden.

Energieberater: „Gebäudeenergieberater“ sind meist Architekten, Ingenieure, Bauphysiker oder Handwerker mit einer Zusatzqualifikation. Wenn es Ihnen neben der Beratung auch um eine Unterstützung bei der baulichen Umsetzung geht ist es von Vorteil, wenn der Berater ein Architekt ist.